Hilfe, meine Würmer entkommen!
Leider kommt es früher oder später immer einmal vor, dass Würmer aus einem Wurmturm entkommen. Bei einem selbst gebauten Wurmturm passiert das etwas häufiger, wenn er nicht ganz dicht bzw. passgenau schließt – aber leider passiert es bei jedem Turm irgendwann einmal.
Wenn du ab und zu einen Wurm auf dem Boden findest, ist das sehr schade, aber es gehört ein bisschen dazu. Ein Wurm ist abenteuerlustig, findet immer irgendwo eine kleine Öffnung und kann seine Neugier nicht immer unterdrücken. Dagegen lässt sich nicht immer etwas tun und es ist nicht direkt alarmierend. Ärgerlich wird es, wenn gleich eine ganze Menge Würmer das Weite sucht. Hier findest du einige Ursachen.
Die Würmer müssen sich eingewöhnen
Gerade am Anfang kann es vorkommen, dass die Würmer unruhig sind und entkommen möchten. Das muss nicht passieren, aber in den ersten 2 Wochen ist die Wahrscheinlichkeit am größten. Meistens löst sich das von selbst. Was du tun kannst: Hänge eine kleine Lampe über die Wurmkiste – das Licht sorgt dafür, dass die Würmer besser in der Kiste bleiben. Nach etwa 2 Wochen kann die Lampe wieder aus.
Der Wurmturm ist zu warm
Wenn es sehr warm wird, steigt auch die Temperatur in der Wurmkiste. Die Feuchtigkeit in der Kiste kann dann verdunsten und es entsteht eine heiße, feuchte Luft. Das kann dazu führen, dass die Würmer nach oben oder nach unten kriechen. Heiße, feuchte Luft ist sehr gefährlich für Würmer. Schau hier, was du gegen die Hitze tun kannst: Würmer im Sommer.
Wurmturm zu kalt
Wenn es plötzlich zu kalt wird, können die Würmer massenhaft in die Auffangschale (Sicker-/Leckschale) kriechen. Von Natur aus suchen Würmer Schutz vor Kälte, indem sie tiefer in den Boden kriechen. Im schlimmsten Fall setzen sich die Würmer zu einem Haufen zusammen, um gegenseitig Wärme zu finden. Der Nachteil: Die Würmer in der Mitte bekommen nicht genug Luft und können sterben.
Wenn für eine gute Überwinterungstemperatur gesorgt wird, kann dieses Problem verhindert werden. Hier liest du, was du tun kannst, wenn es kalt wird: Würmer im Winter.
Falsches Futter oder pH-Werte
Manchmal, wenn viel Obst gefüttert wird, besteht die Gefahr, dass es zu gären beginnt. Das kann dazu führen, dass die Würmer massenhaft aus der Kiste kriechen wollen. Falls das passiert, überlege immer, was zuletzt in der Wurmkiste gefüttert wurde und ob es von dem abweicht, was du sonst gibst. Das Entfernen des Futters kann die Probleme meist schnell lösen.
Wenn „falsches“ Futter oder zu viel von einer Sorte die Wurmkiste aus dem Gleichgewicht bringt, wirkt sich das meist auf den pH-Wert aus. Einmal im Monat ein Esslöffel Lavamehl oder Lavagranulat/Lavagrus kann das verhindern oder wieder ausgleichen.
Unerklärlich
Manchmal ist es schwer herauszufinden, warum die Würmer entkommen. Bei uns in der Zucht gibt es manchmal Tage, an denen die Würmer schlecht in der Kiste bleiben. Wir haben viel Kontakt zu anderen professionellen Wurmzüchtern und sprechen oft über solche Themen. Es scheint, dass es auch am Luftdruck liegen kann. Auffällig ist, dass ich oft von mehreren Leuten gleichzeitig eine E-Mail oder einen Anruf zu entkommenden Würmern bekomme. Ich vermute daher, dass Einflüsse von außen (zum Beispiel Luftdruck) mitbestimmend sein können. Es liegt also nicht immer nur an dem, was in der Kiste passiert.
Zu nass, zu trocken
Wenn ein Wurmturm zu trocken ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Eisenia fetida als erste Art entkommen will. Diese Würmer mögen keine Trockenheit. Das lässt sich einfach lösen, indem du Wasser zugibst. Wenn es längerfristig zu nass ist, kann es stark stinken – das kommt durch falsches Bakterienwachstum. Hier liest du, was du bei einer nassen Wurmkiste tun kannst: Nasse Wurmkiste.
Tierchen in der Wurmkiste
Lies hier, welche Tiere in der Wurmkiste vorkommen können, im Artikel: Tierchen in der Wurmkiste.
